Musikalisches Adventsgebet 2004

-Erbenheimer Anzeiger-

Musikalisches Adventsgebet in der Herz-Jesu-Kirche Sonnenberg

Der vierte Advent in Sonnenberg stand ganz im Zeichen des Chorgesanges,
initiiert vom Männer-Kammerchor Sonnenberg mit seinem musikalischen Leiter Holger Wittgen. Da er auch Arsoni Wiesbaden- Vocalensemble für hohe Stimmen leitet, darüber hinaus Gründungsmitglied des Jugendchores Sonnenberg ist, bot sich die Möglichkeit, den Sonnenberger Advent mit allen Chören zu gestalten Am späten Nachmittag arrangierte man zunächst ein ,,Musikalisches Adventsgebet“ in der Herz-Jesu-Kirche mit einem entsprechenden besinnlichen musikalischen Programm. Andreas Karthäuser, er begleitete auch alle Chöre am Nachmittag auf Keyboard oder Orgel, eröffnete den Nachmittag mit ,,Adoration“ von Jean Langlais an der Großorgel. Danach folgte mit ,,Machet die Tore weit“ von Rudolf Klein ,,Arsoni Wiesbaden, aufgeteilt auf drei Gruppen und Stimmen in der Kirche, bevor man dann gemeinsam vor dem Altar ,,Hodie Christus Natus est“ von E. Krieg anstimmte. Spätestens jetzt zogen diese sakralen Töne jeden Besucher in ihren Bann. Nach der Begrüßung durch den ,,Hausherrn“ Pfarrbeauftragten Jody Anton, ging es mit dem Männer-Kammerchor weiter, der mit ,,Oh Kind, oh wahrer Gottessohn“ und mit ,,Gloria“ von Juha Holma ebenfalls Lieder der Vorweihnachtszeit aufgriff. Danach erzählte Judy Antony den ersten Teil der Geschichte ,,Der kleine Stern von Bethlehem“, einem kleinem Stern, der sich nichts sehnlicher wünschte, als ein großer, von allen gesehener Stern zu werden. Auf seiner Suche nach seinem Ziel, kam er zu Jesus in der Krippe, der ihn dann ausschickte, Licht und Freude unter die Menschen zu bringen. Passend zu dieser Geschichte, trat der dritte Chor des Nachmittags, der erst 2003 von Christa Sommer, Andreas Karthäuser und Holger Wittgen gegründete Jugendchor auf, dessen jüngste Sängerin gerade einmal 8 Jahre alt ist. Begleitet durch Stimmbildung werden die Sängerinnen und Sänger in Gruppen oder individuell , ein Angebot, von dessen Wirksamkeit sich alle Besucher überzeugen konnten. Nun folgte der zweite Teil der Geschichte, in der das Sternlein auf den Weg in die Welt z.B. einer blinden Frau wieder Licht in Ihr Leben brachte, bzw. noch heute seine Bahn über den Himmel zieht. Dann stimmten Besucher und ,,Arsoni“ den vierstimmigen Kanon ,,mache dich auf und werde Licht ,denn dein Licht kommt“ an, dem mehrere von den jungen Frauen vorgetragenen Kompositionen, u.a. ,,Psalat Chorus in novo Carmine“, Montpellier 13.Jhdt. bis zur zeitgenössischen Improvisation von ,,Es kommt ein Schiff geladen“ folgte. Weiter ging es mit dem Männer-Kammerchor, der ebenfalls dieses Lied aufgriff, und weiteren vorweihnachtlichen Gesang zu Gehör brachte. Nach einem weiteren Wortbeitrag von Judy Antony zu und über Bibelverse, sang ,,Arsony“ nun auf der Empore, u. a. ,, Maria durch einen Dornwald ging“ mit ungewöhnlicher, und ,,Laudate pueri“ von Felix-Mendelsohn Bartholi, mit vertrauter Orgelbegleitung. Das gemeinsame Lied ,,Macht hoch die Tür“ sowie Gebet und Segen durch Jody Antony, nochmals der Jugendchor gefolgt von Andreas Karthäuser an der Orgel, rundeten den Nachmittag ab. Da der Eintritt frei war, erbat der Veranstalter, die Katholische Kirchengemeinde Sonnenberg in Verbindung mit dem Jugendchor, Spenden für das im nächsten Jahr vom Pabst einberufene Weltjugendtreffen in Köln. Gleichzeitig lud man zu ,, Musik und Texte zum Advent“ ein, eine Veranstaltung die im Anschluss an das ,,Musikalische Adventsgebet“ in der Herz-Jesu-Kirche , im Sonnenberger Bürgerhaus vorbereitet war.


Schörnig

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Botschafter in Sachen Gesang
Männerkammerchor Sonnenberg auch viel im Ausland unterwegs
Unter der Rubrik "Klangvoll" stellt das Tagblatt in unregelmäßigen Abständen Chöre und Gesangsvereine vor.

"Handbremse lösen, lieber Tenor", empfiehlt Holger Wittgen seinen Sängern. Die arbeiten an vertrackten Harmonien und Akkorden aus der Feder Mendelssohns: "Wasserfahrt" heißt das traurige Gedicht von Heinrich Heine, das der Komponist einfühlsam vertont hat. Nicht ganz einfach - aber einfache Literatur möchte der Männerkammerchor Sonnenberg auch nicht unbedingt singen. Unter Chorleiter Holger Wittgen, der seit zwölf Jahren dieses Amt als Nachfolger von Klaus Ochs innehat, arbeitet man an einem anspruchsvollen Repertoire vom Kunstlied bis zum Barbershop-Song.
Der Männerkammerchor entstand aus einem Traditions-Gesangverein, der sich bereits 1865 gründete. Damals waren die Wettbewerbe und Gesangswettstreite von großer Bedeutung, noch heute künden zahlreiche Pokale in allen Größen, die in einem reich verzierten Schrank im Proberaum aufbewahrt werden, von den Erfolgen vergangener Jahrzehnte. Auch im Radio war der Chor bereits 1927 zu hören. In späteren Jahren pflegten die Sonnenberger Männer viele Kontakte ins Ausland. 1987 nahmen sie den jetzigen Namen an und sind seitdem in kleinerer Besetzung aktiv: Zwölf Herren sind es aktuell, die hier gemeinsam singen.
"Natürlich sind uns neue Sänger willkommen", sagt Holger Wittgen. Das ist jedoch nicht einfach; noch immer haftet ihnen das Männergesangvereins-Etikett an - "und das zieht nicht unbedingt Jüngere Klangvoll
an", weiß Wittgen. Doch wer Lust hat mitzusingen, der darf selbstredend gerne mal in eine Probe kommen. "Ein Vorsingen brauchen wir bei dieser geringen Anzahl an Sängern nicht", schmunzelt der Chorleiter.
Intonationssicher und qualitätsbewusst sollte man aber schon sein - und auch an musikalischer Weiterbildung interessiert. Die Männer fahren ein- bis zweimal im Jahr zu einem intensiven Probenwochenende, auch eine Stimmbildnerin kümmert sich regelmäßig um den Chor. 1993 übrigens waren die Sänger stolze Preisträger des Kulturpreises der Stadt Wiesbaden. Dies ist nicht zuletzt den vielen Konzerten und internationalen Chorbegegnungen zu verdanken, die der Chor organisiert hat. Gern erinnert man sich an das "Sonnenberger Vocal-Abo", das viele namhafte Ensembles in den Kaisersaal des Vorortes brachte.
"Ganz so viel können wir momentan nicht stemmen", sagt Vorstandsmitglied Holger Schlosser. Doch ab und zu organisiert man immer noch ein Gastspiel - oder reist gleich selbst ins nahe und ferne Ausland. Slowenien, Österreich, Israel - die Sonnenberger sind im Zeichen der Musik schon recht weit herumgekommen. Die nächste Reise wird die Sänger im Oktober nach Belgien führen.
Gut arbeitet man auch mit Holger Wittgens zweitem Chor, den Damen von "arsoni" zusammen. Beim Weihnachtskonzert unter dem Motto "Sonnenberger Advent" werden diese beiden Ensembles auch in diesem Jahr wieder zu hören sein - dies ist auch die nächste Möglichkeit, den Chor in Wiesbaden live zu erleben. Wer so lange nicht warten möchte, kann eine CD mit "Männerchören der Romantik" erwerben.
Übrigens sind die Sänger immer noch durchaus traditionsbewusst: So reisten sie Anfang Juli nach Marburg, um sich dort des 100. Jahrestages eines Sängerwettstreites zu erinnern, bei dem man 1907 höchste Erfolge feierte. Über 400 Chorwerke lagern in farbigen Mappen im Repertoire-Schrank des Probenraumes in der Thalschule. Darunter Zeitgenössisches, Renaissancemusik, Romantisches und Klassisches. Rheinberger, Silcher, Janacek, Harald Genzmer - die Liste der Komponisten ist lang.
"Gospel oder Pop sind aber nicht so unser Metier", gibt Holger Wittgen zu. Beim "Chattanooga Choo choo" ungefähr hört es auf. Im übrigen pflegt der Chor auch gute Gemeinschaft. Nicht umsonst, schmunzelt Wittgen, stehen im Probenraum sowohl ein Flügel als auch eine Theke.


 

Musik und Texte zum Advent 2004